Finanzminister Schäfer (CDU) trifft Julian Hofmann (KRUG Gruppe)

Studium-Plus bietet Karriere vor Ort

Frankfurt, London, New York. Hier muss gewesen sein, wer Karriere machen will. Doch stimmt das wirklich? Beim Besuch der KRUG Gruppe in Breidenbach erhielt der Hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) einen anderen Eindruck.

Typisch für die Unternehmenskultur im Hessischen Hinterland ist die Geschichte der KRUG Gruppe.

Die KRUG Gruppe ist ansässig im mittelhessischen Breidenbach. Firmengründer Kurt Krug startete im Jahr 1972 in die Selbstständigkeit und gründete 1980 die Formenbau KRUG GmbH mit sieben Mitarbeitern.

Heute zählt die Kunststofftechnik Krug GmbH gemeinsam mit dem Formenbau zu der KRUG Gruppe. Thomas und Jochen Krug haben die Geschäftsführung von ihrem Vater übernommen und beschäftigen auf einer Gesamtproduktionsfläche von 11.000 qm heute 210 Mitarbeiter, davon befinden sich 15 % in Ausbildung.

Der Umsatz der Unternehmensgruppe betrug im Geschäftsjahr 2014 rund 36 Mio. Euro. Hier belief sich der Automobilanteil auf ca. 75 Prozent. Die Kunststofftechnik KRUG GmbH beschäftigt 140 Mitarbeiter und ist auf das Spritzgießen spezialisiert. Die Formenbau KRUG GmbH beschäftigt inzwischen 70 Mitarbeiter und hat seinen Schwerpunkt in der Herstellung von Spritz- und Druckgussformen gefunden.

Weiteres Wachstum ist geplant. Um nachhaltig wachsen zu können, ist das Unternehmen auf gut ausgebildeten Ingenieurnachwuchs angewiesen. Aus diesem Grund unterstützt die Unternehmensspitze den in Biedenkopf etablierte Außenstelle der THM Mittelhessen. Seit 2012 bietet die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) dort den Studiengang Ingenieurwesen Fachrichtung Formgebung an. Dieser Schwerpunkt ist ausgerichtet auf das Betätigungsfeld der heimischen Industrie als Deutschlands Hochburg für Werkzeug- und Formenbau.

„Wir müssen die Fachkräfte in der Region halten“, unterstrichen die Firmenchefs beim Besuch des Hessischen Finanzministers Dr. Thomas Schäfer (CDU).

Schäfer selbst stammt aus der Region, hat seinen beruflichen Werdegang mit einer klassischen Lehre nach dem Abitur begonnen, weiß um die Schwierigkeiten, junge Menschen nach dem Studium wieder zurück ins Hessische Hinterland zu holen.

Der CDU-Politiker freute sich vor allem über das Engagement der jungen Ingenieuere, die mit ihrer fachlichen Qualfikation die eigene Region unterstützen wollen.

Einer von ihnen ist Julian Hofmann. Nach dem Schulabschluss absolvierte er zunächst eine Ausbildung und durchlief eine Technikerausbildung. Danach folgte das Ingenieur-Studium an der THM in Biedenkopf. Seit einigen Wochen arbeitet der Bachelor of Engineering im Projektmanagement der Krug-Gruppe.

Bereits in den Praxisphasen seines Studiums hat sich Hofmann mit dem Aufbau einer Normteilbibliothek für die Konstruktion von Spritz- und Druckgusswerkzeugen, der Überarbeitung der unternehmensinternen Werksnorm für Spritzgießwerkzeuge sowie mit der Standardisierung des hausinternen Abmusterungsprozesses für neue Spritzgießwerkzeuge befasst.

Julian Hofmann betonte Im Rahmen seiner Präsentation, dass für ihn neben der finanziellen Absicherung während des Studiums, die Aussicht auf eine Festanstellung im Unternehmen sowie die langfristigen beruflichen Perspektiven Priorität für die Studienwahl hatten.

Die KKRUG Gruppe selber hat nicht nur mit Julian Hofmann gute Erfahrungen gemacht. Die beiden Geschäftsführer und der kaufmännische Leiter Lars Kolbe sind stolz darauf, dass nun auch die ersten eigenen Auszubildenden im Studium sind – ein Weg, den beide für den richtigen halten, um junge Menschen an die Region und das Unternehmen zu binden.

Hier könne man frühzeitig Einfluss auf den zukünftigen Nachwuchs nehmen, lange Einarbeitungs- und Eingewöhnungszeiten entfallen, der rasche Praxiseinsatz im Betrieb ist möglich, so die Firmenchefs. „Durch Studium Plus verschaffen wir uns einen Wettbewerbsvorteil“, fasst es Lars Kolbe zusammen. So wie das Breidenbacher Unternehmen denken viele Betriebe im Hinterland. Neun von ihnen lassen sich ihren Nachwuchs derzeit vor Ort ausbilden.

Damit wird eine Region fernab von Großstädten, Autobahnen und Flughäfen zu einem Standort mit Zukunft - die Karriere vor der eigenen Haustür funktioniert eben doch! 

 

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