Top-Thema Elektromobilität

Kunststofftechnische Lösungen für die Automotivindustrie machen rund 80% des Umsatzes der Kunststofftechnik KRUG GmbH aus. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen mit Sitz im mittelhessischen Breidenbach Kunden aus der Haushalts- und Elektrobranche. Gemeinsam mit den Auftraggebern suchen die Spezialisten nach Lösungen, die höchsten Anforderungen entsprechen. Dabei fließen langjähriges Know-how und neueste Erkenntnisse in jedes Produkt mit ein.

Den Schwerpunkt der Kunststofftechnik KRUG GmbH bilden hochkomplexe Bauteile und Baugruppen, die zur Kühlung und Entwärmung von Motoren benötigt werden. In diesem Segment hat sich das Unternehmen unter den Marktführern etablieren können.

Teile für die Automotivindustrie sind unter anderem Lüfter, Gebläsegehäuse sowie Luftkästen. Verschiedene Teile werden nicht nur bei Verbrennungsmotoren, sondern ebenso für Elektromotoren benötigt, weil sich auch deren Batterien erwärmen und gekühlt werden müssen.

„Wir sind Second Tier in der Produktionskette und beliefern First Tier-Unternehmen, die wiederum alle großen OEMs bedienen“, beschreibt Rüdiger Braun, Leiter Kundenmanagement der Kunststofftechnik KRUG GmbH, die Struktur. Die Formenbau KRUG GmbH wiederum fertigt die Formen für die eigene Kunststofftechnik. Diese Tätigkeit macht rund 40% des Umsatzes aus. Auf die Fertigung von bis zu 45 t schweren Druckgusswerkzeugen für Motor- und Getriebegehäuse entfallen 55% des Umsatzes. Die verbleibenden 5% machen Reparaturen und Service aus.

Bauteile schnell verfügbar

„Unsere große Stärke ist die Entwicklungskompetenz“, hebt Rüdiger Braun hervor. „Wir leisten uns als Mittelständler eine kleine Abteilung im Bereich Forschung und Entwicklung für Innovations- und Technologie-Scouting, um technologische Entwicklungen vor allen anderen zur Marktreife zu bringen. Dazu nutzen wir auch sehr stark Computersimulationen.“

Auch beim Reverse Engineering ist KRUG stark technologiegetrieben. Das hat für Kunden den Vorteil, dass die Zeit von der Entwicklung bis zur Marktreife extrem kurz ist. Deshalb ist KRUG schneller als alle anderen – eine Kompetenz, die mittlerweile fast genauso wichtig ist wie ein guter Preis. Derivate müssen heute schnell verfügbar sein und das leistet KRUG mit seiner Time-to-market-Strategie. Deshalb sind die Bauteile für die Kunden immer sehr schnell verfügbar.

„Unsere große Stärke ist die Entwicklungskompetenz.“

Rüdiger Braun
Leiter Kundenmanagement

Gebaut und investiert

Mit der Gründung des eigenen Unternehmens durch Kurt Krug beginnt 1972 die Erfolgsgeschichte der heutigen KRUG-Gruppe. 1972 wird KRUG Formenbau in Breidenbach ins Leben gerufen. Meilensteine der folgenden Jahre sind der Einstieg der beiden Söhne des Firmengründers und heutige Geschäftsführer, Thomas und Jochen Krug, in das Unternehmen, die Einrichtung erster 3-D-Arbeitsplätze sowie der Bau einer neuen Produktionshalle mit einer Fläche von 2.800 m².

Weitere Baumaßnahmen und Investitionen in den Maschinenpark bestimmen auch die folgenden Jahre. Heute gehören KRUG Kuststofftechnik und KRUG Formenbau ebenso zur Gruppe wie die KRUG Meerane GmbH & Co. KG und die KRUG Hungary Kft. Die KRUG-Gruppe beschäftigt 300 Mitarbeiter. Der Umsatz liegt bei 50 Millionen EUR.

Wichtige Markenbildung

Kunden der KRUG-Gruppe sind vor allem Automobilzulieferer wie Bosch, Brose, Mahle und Magna. Die wichtigste Fachmesse ist die FAKUMA in Friedrichshafen. Erstmalig wurde jetzt auch die Moulding Expo in Stuttgart besucht und im kommenden Jahr präsentiert sich KRUG auf der Hannover Messe. Weitere Marketinginstrumente sind soziale Netzwerke wie Xing und LinkedIn sowie Veröffentlichungen in Printmedien – und hier vor allem in Fachpublikationen.

„Bei uns geht es auch um Markenbildung“, sagt Rüdiger Braun. „Einkäufer und Kunden sollen bei Kunststoffteilen zuallererst an uns denken.“ Kunden außerhalb Deutschlands machen rund 20% des Volumens aus. Hier ist KRUG in England, Polen, Tschechien und Südamerika aktiv.

Portfolio erweitern

Ein ganz aktuelles Thema für KRUG ist die Elektromobilität. „Wir sitzen im Speckgürtel von VW in Sachsen, produzieren dort zu 100% für die Automobilindustrie und sind bereits stark im Bereich E-Mobilität aktiv“, erklärt Rüdiger Braun. „Hier sind wir Spezialist in der Verarbeitung von Materialtypen, die dynamisch belastbar, temperaturbeständig und selbstverlöschend sind. Marktreife Teile von uns werden im neuen Porsche Taycan verwendet.“

Sorgen bereitet Rüdiger Braun das schlechte Image, das Kunststoffe mittlerweile in der Öffentlichkeit haben. Er verweist auf CO2-Einsparungen durch leichte Kunststoffe und den Einsatz von Recyclingmaterialien. „Wir wollen im Bereich Automotive weiterwachsen, gleichzeitig aber auch andere Bereiche größer werden lassen“, nennt er die Ziele. „Wir setzen verstärkt auf Non-Automotive, um unser Portfolio weiter zu diversifizieren.“