cube | Das Kundenmagazin der KRUG Gruppe

Das Kundenmagazin der KRUG Gruppe 23 22 von Mensch und Maschine. Alles gerne zusammengefasst unter den Begriffen Wirtschaft 4.0 oder auch Arbeiten 4.0. Das deutet schon an, dass nicht nur industrielle Prozesse von der Digitalisierung betroffen sind, sondern das gesamte wirtschaftliche Handeln unserer Gesellschaft – in Deutschland und auf der ganzen Welt. Dass die Digitalisierung Arbeitsabläufe erleichtert, ist unum- stritten. Technik erledigt vieles exakter und schneller. Das macht Menschen überflüssig. Wirklich? Schätzungen gehen davon aus, dass bald jeder zweite Job wegfällt, über fünf Millionen Arbeitsplätze würden verschwinden. 70 % der Europäer glauben, dass über kurz oder lang Roboter ihnen die Arbeit „wegnehmen“ werden. Ob und in welchem Umfang dies geschehen wird, ist fraglich und oftmals reine Spekula- tion – schließlich glaubten 1949 auch 63 % der Menschen, dass Flugzeuge zukünftig mit Atomkraft angetrieben werden. Viel wichtiger ist, dass Berufe sich wandeln. Dass bestimmte Arbeitsplätze zwar wegfallen, dafür aber neue entstehen. Agile Unternehmen Für Unternehmen ändern sich die Parameter. Unternehmen müssen flexibler, agiler sein. Das heißt: kurze Planungs- und Umsetzungszyklen, schnelle Entscheidungswege und unmittelbare Anpassungsmöglichkeiten. Agil meint in diesem Zusammenhang auch delegieren. Teams übernehmen die Verantwortung für die Projekte, an denen sie arbeiten. Das hat seine Vorteile. Auf Kundenanforderungen kann schneller und flexibler reagiert werden, die Zusammenarbeit mit dem Kunden nimmt zu. Das ist eine gute Basis, um eine langfristige Kundenbindung aufzubauen. Die Vernetzung von Produktions-, Logistik- und Service-Prozessen wird weiter an- steigen. Dabei nimmt der Datenschutz einen immer größeren Stellenwert ein – für das Unternehmen selbst und auch die Mitarbeiter: Arbeitgeber müssen verhindern, dass Geschäfts- interna weitergegeben werden, Angestellte verlangen ebenso Sicherheit für ihre persönlichen Daten – die fortschreitende Digitalisierung verstärkt die Komplexität gerade in diesem sensiblen Bereich. Lernen, lernen, lernen Auch für Arbeitnehmer bedeutet die Digitalisierung ein Um- denken. Die Aufgaben werden komplexer, Teamarbeit nimmt einen größeren Stellenwert ein, höhere Qualifikationen sind notwendig, um neue Technologien als Arbeitsmittel zu verwen- den, Problemlösungskompetenz ist gefragt. Dadurch steigen die Anforderungen an den Einzelnen – lebenslanges Lernen ist angesagt. Aus- und Weiterbildung sind unverzichtbare Faktoren in der digitalen Arbeitswelt. Natürlich erleichtert die permanente Erreichbarkeit in vielen Bereichen den Alltag – man kann unterwegs wichtige Dinge am Telefon klären und am Wochenende schnell noch eine Nachricht schicken, um aktuelle Projekte voranzutreiben. Sie führt aber auch zu erhöhtem Stress, im schlimmsten Fall zu Burn-out. Hier gilt es, die richtige Work-Life-Balance zu finden. Einige Unternehmen schränken die Erreichbarkeit schon heute ein – dienstliche E-Mails dürfen nicht mehr nach Feierabend verschickt werden. Digital Natives Eine Neu-Orientierung ist ebenfalls bei der Suche nach neuen Mitarbeitern gefragt. Über den drohenden Fachkräftemangel ist schon viel berichtet worden. In nächster Zukunft wird es mehr Berufstätige geben, die in Rente gehen als Berufsein­ steiger. Die Neulinge auf dem Arbeitsmarkt und die, die gerade eingestiegen sind, wurden zwischen 1980 und 1995 geboren und werden als Generation Y (gesprochen „why“ wie „warum“) bezeichnet. Sie sind mit Software und Smartphones aufge- wachsen, die Digitalisierung liegt ihnen quasi im Blut. Sie gehen selbstverständlich mit digitaler Technik um, sind weltweit über soziale Medien vernetzt und haben gegen einiges anzukämpfen: frech seien sie und faul, fordernd und unverschämt. Na gut, bisher hat jede ältere Generation über die jüngere hergezogen – die „Jugend von heute“ hatte nie Vorbildcharakter und hat sich dann doch ganz gut entwickelt. Digitalisierung in Familienunternehmen Wie schaut es eigentlich mit der Digitalisierung in deutschen Familienunternehmen aus? Selbstverständlich werden auch sie dem Thema nicht entfliehen können. Doch insgesamt werden sie weniger angreifbar gegenüber dem digitalen Wandel sein als andere Unternehmen. Denn das, was Familienunterneh- men prägt, ist Vertrauen – das Vertrauen der Kunden und der Lieferanten in die Marke, mit dem Resultat langfristiger und tragfähiger Beziehungen. Dieses Vertrauen wird sich durch die Digitalisierung nicht nehmen lassen. Auch der häufig anzutref- fende innovative Charakter deutscher Familienunternehmen trägt dazu bei, dass diese dem digitalen Wandel nicht schutz- los ausgesetzt sind. Fest steht, dass sich mit fortschreitender Digitalisierung Unter- nehmensstrukturen verändern werden. Willkommen also in der Zukunft. Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist in vollem Gange. Wo sie hinführt? Das kann keiner beantworten. Wir können gespannt sein.

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