cube | Das Kundenmagazin der KRUG Gruppe
Das Kundenmagazin der KRUG Gruppe 31 30 Warum das überhaupt notwendig ist? „Bei der Entwicklung eines Bauteils und des entsprechenden Werkzeuges erzielt man anfangs ja nie eine Punktlandung, bei jedem Spritzpro- zess gibt es Schwindung und Verzug“, so Rainer Müller aus dem Projektmanagement Kunststofftechnik. „Es sind immer mehrere Korrekturschleifen notwendig, bis ein Bauteil perfekt ist und die Serienreife erlangt. Das können im Extremfall mehr als 4 Schleifen sein. Mit der neuen Software haben wir die Chance, diesen Prozess erheblich zu verkürzen.“ Bei KRUG werden insbesondere Objekte mit Freiformflächen einem Reverse Engineering unterzogen, um zum Beispiel Linien- und Flächenformen zu verbessern. „Die ersten Ergebnisse sind schon da, aber eine genaue Beurteilung kann noch nicht erfolgen, da die Testphase noch nicht ab- geschlossen ist“, so Jan Winkler. „Wir sind noch im Aufbau. Wir müssen jetzt den gesamten Ablauf koordinieren und op- timieren. Dafür ist es erforderlich, dass alle Abteilungen eng zusammenarbeiten – nicht nur innerhalb des Formenbaus, sondern auch in der Kunststofftechnik. Ich sehe großes Potenzial in allen Bereichen mit besonders hohen Ebenheits- anforderungen.“ „Wir machen sozusagen gerade die ersten Gehversuche“, so Rainer Müller. „Es ist wie beim Sport: Laufen lernen geht schnell, das Sprinten muss man täglich trainieren, sonst wird man es nicht zur Meisterschaft bringen – und genau das machen wir im Moment.“ Dieses Training gilt übrigens auch für die Software ZEISS Reverse Engineering, die 2015 auf den Markt gekommen ist. Auch sie ist noch in der Entwicklungsphase. „Wir sind jetzt beim 3. Release innerhalb eines halben Jahres. Alle Anwen- der leiten ihre Erfahrungen im Umgang mit dem Programm an ZEISS weiter. Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass manche Funktionen flüssiger laufen könnten, es an der ein oder anderen Stelle an der Übersichtlichkeit hapert und dass das Umbenennen von Elementen zu kompliziert ist. Alle Än- derungsvorschläge werden von ZEISS gesammelt, damit das System weiter optimiert werden kann“, erklärt Jan Winkler. Die Vorteile liegen aber schon jetzt klar auf der Hand. Zum einen natürlich Zeitersparnis. Wenn die Soll-Geometrie mit der Ist-Geometrie abgeglichen wird, kann es sein, dass 100 Punkte optimiert werden müssen. Diese manuell einzugeben dauert – und der Vorgang ist zudem eine folgenschwere Fehlerquelle. „Gibt es bei der Eingabe zum Beispiel nur einen Zahlendreher, ist die Regressionsschleife da. Das heißt: abmustern, messen, korrigieren – die gesamte Prozesskette muss wieder angeschoben werden“, so Jan Winkler. Das heißt aber nicht, dass ZEISS Reverse Engineering den Menschen ersetzt. „Erfahrung und Know-how sind im Formen- bau extrem wichtig. Der Konstrukteur muss wissen, wie sich die vom Programm errechnete Korrektur auf das Werkzeug auswirkt. Es könnte ja sein, dass der Mitarbeiter feststellt, dass es auch eine andere Lösung gibt, die nur halb so aufwendig ist, aber das gleiche Ergebnis bringt. Wir müssen immer nach der bestmöglichen Umsetzung suchen. ZEISS Reverse Engineering hilft uns bei der Werkzeugkorrektur, aber das Programm nimmt uns nicht das Denken ab“, so Rainer Müller. Mit dem Einsatz der ZEISS Software wird das Unternehmen KRUG seinem Ruf als Innovator gerecht und löst sein Ver- sprechen ein: Wir arbeiten ehrgeizig an neuen Produkten, um die individuellen Bedürfnisse zu erfüllen und den unter- schiedlichen Anforderungen in den Bereichen Formenbau und Kunststofftechnik gerecht zu werden. Das geht nur, weil wir immer ein Stückchen weiter denken und innovativ nach neuen Lösungen suchen. Über ZEISS Das Traditionsunternehmen ZEISS wurde 1846 von Carl Zeiss in Jena als Werkstatt für Feinmechanik und Optik gegründet. Heute ist ZEISS ein weltweit tätiger Technologiekonzern mit Hauptsitz in Oberkochen (Baden-Württemberg), der für die optische und optoelektronische Industrie Halbleiterfertigungs- Equipment, Messtechnik, Mikroskope, Medizintechnik, Brillengläser sowie Foto- und Filmobjektive, Ferngläser und Planetariumstechnik entwickelt und vertreibt.
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