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Das Kundenmagazin der KRUG Gruppe 09 08 oder in der Fliegerei: Moderne Kunststoffe machen Autos und Flugzeuge leichter und senken damit den Treibstoffverbrauch. Leichtere Verpackungen wie PET-Flaschen sorgen für voll beladene LKW und somit für weniger Verkehr und Belastung mit Abgasen. Zudem ermöglicht es Kunststoff, Gebäude besser zu dämmen und damit den Energieverbrauch zu senken. Und natürlich sorgt er für hygienische Lebensmittel-Verpackungen. Nicht zuletzt tragen moderne Kunststofffasern auch zu neuen sportlichen Rekorden bei, entscheiden über tausendstel Sekun- den. Die Liste ließe sich fast endlos weiterführen. Kunststoffe machen unser Leben leichter, sicherer, angenehmer, sauberer und schneller. Aber was ist Kunststoff eigentlich genau? Monomere und Polymere Kunststoff bezeichnet alle Stoffe, die künstlich produziert werden, also nicht in der Natur vorkommen. Sie werden durch die Verknüpfung vieler kleiner Moleküle (Monomere) zu großen Makromolekülen (Polymere) hergestellt. Dabei stammen natürliche Polymere aus Pflanzen und Tieren, künstliche, synthetische Polymere werden meist aus Erdöl und Erdgas gewonnen. Obwohl im Alltagsgebrauch Kunststoff und Plastik synonym eingesetzt werden, ist dies nicht korrekt. Jeder, der sich mit der Materie beschäftigt, weiß, dass alle Arten von Plastik Kunststoffe sind, aber nicht jeder Kunststoff Plastik ist. Kunststoff im Detail Es gibt drei Hauptarten von Kunststoffen. Die meisten der heute verwendeten Kunststoffe gehören zu der Gruppe der Thermoplaste. Sie werden durch Energiezufuhr formbar und können durch verschiedene Verfahren in die gewünschte Form gebracht werden. Duroplaste sind Polymere, die aus einer Schmelze oder Lösung unterschiedlicher Komponenten ent- stehen – eine Reaktion, die meist durch Erhitzen herbeigeführt wird. Diese Kunststoffe können Hitze widerstehen und behalten ihre Form bei. Duroplaste, wie zum Beispiel Bakelit, Polyester und Polyurethanharze, sind meist hart und spröde und im weitergehenden Fertigungsprozess nur noch mechanisch zu bearbeiten. Wegen ihrer Beständigkeit auch bei hohen Tempe- raturen werden sie häufig für Elektroinstallationen eingesetzt. Und dann gibt es noch die Elastomere. Aufgrund ihrer weitma- schigen Vernetzung sind sie sehr flexibel und kehren auch nach wiederholtem Biegen, Quetschen oder Drücken immer wieder in ihre Ursprungsform zurück. Weil sie beim Erwärmen nicht weich werden und in den meisten Lösemitteln nicht löslich sind, werden sie häufig für Hygieneartikel oder Chemikalienhand- schuhe verwendet. Ein Stoff mit guten Eigenschaften Kunststoffe können mit zahlreichen technischen Eigenschaften punkten. Dazu zählen Formbarkeit, Härte, Elastizität, Bruch- festigkeit, Temperatur- und Wärmeformbeständigkeit sowie chemische Beständigkeit. Welche Eigenschaften ein Kunststoff hat, ob er etwa eher biegsam ist oder hart, hängt vor allem von den Elementen ab, die ihm noch beigemengt werden. Das können zum Beispiel Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff oder Schwefel sein. Die Teilchen beeinflussen, wie sich die Molekülketten verzweigen und miteinander in Wechselwirkung treten. Durch die Auswahl der Ausgangsmaterialien, Herstellungsverfahren und Beimischungen von Additiven lassen sich die Eigen- schaften vielfach variieren. Formen und Fügen Aus Kunststoffen werden in der Kunststoffverarbeitung Form- teile, Halbzeuge, Fasern oder Folien hergestellt. Das Ausgangs- material wird von der chemischen Industrie in der Regel als Granulat, Pulver, Folien oder Platten geliefert. Um dem Kunst- stoff seine neue Form zu geben, gibt es mehrere Verfahren. Hier sind die wichtigsten drei: das Urform-, das Umform- und das Fügeverfahren. Als Urformen bezeichnet man das Herstellen fester geomet- rischer Körper aus formlosen Stoffen. Eines der wichtigsten Urform-Verfahren ist das Spritzgießen, bei dem der Kunststoff in ein Formwerkzeug gespritzt wird, wo er verdichtet wird und dann erkaltet. Beim Rotationsformen lagert sich geschmolze- nes Kunststoff-Granulat beim Abkühlen an den Innenflächen der rotierenden Form ab – dadurch lassen sich verschiedene Wandstärken auch innerhalb einer einzigen Form realisieren. Weitere Urform-Verfahren sind Kalandrieren, wobei der Kunst- stoff durch Walzen geformt wird, Schäumen und Blasformen. Beim Umformverfahren werden Thermoplaste durch Er- wärmung erweicht und in eine neue Form gebracht, die sie auch nach der Abkühlung beibehalten. Beim Fügeverfahren schließlich werden zwei Bauteile dauerhaft durch Schweißen oder Kleben miteinander verbunden. Von Käse, Gummihandschuhen und Nylons Raten Sie mal, wann der erste „Kunststoff“ entdeckt wurde. Kaum zu glauben: im 16. Jahrhundert! Der Bayer Wolfgang Seidel, seines Zeichens Benediktinerpater, hat dokumentiert,

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